Umweltprämie, Abwrackprämie – welcher (Un) Sinn? Welche Regeln gelten?
2.500 € Prämie wenn das alte Auto verschrottet wird und gleichzeitig ein Neuwagen oder Jahreswagen angeschafft wird.
Kling im ersten Moment nicht schlecht 2.500 € Abwrackprämie, für PKW die sonst vielleicht nur einen Verkaufspreis von 3-400 € erzielt hätten.
Die Regeln um an diese, im Volksmund genannte, Abwrackprämie sind leicht.
- Das Kraftfahrzeug muss mindestens 1 Jahr auf den eigenen Namen zugelassen sein
- Die Erstzulassung des KFZ muss vor dem 14.1.2000 geschehen sein
- Der neue Wagen muss die Abgasnorm Euro4 erfüllen
- Die Prämie gilt für Neufahrzeuge, Jahreswagen und Leasing PKW.
1,5 Mrd. werden vom Staat vom 14.1 – 31.12.2009 zur Verfügung gestellt. Das sind rechnerisch 600.000 Neuwagen die verkauft werden können.
So weit so gut, die Regeln um an die Umweltprämie bzw. Abwrackprämie sind nicht sonderlich schwer und den aktuellen Umfragen zu Folge soll die Nachfrage in den Autohäusern bereits hoch sein.
Mich wundert nur das trotz dieser Aussicht auf 600.000 Neuwagen sämtliche Firmen in den letzten Tagen Kurzarbeit anmelden. Thyssen Krupp z.B. einer der größeren Zulieferern der Automobilindustrie verkündet Kurzarbeit im Februar, andere Zulieferer ziehen nach. Wo ist der erwatete Aufschwung, warum melden dann gerade AUDI, BMW, Ford Kurzarbeit an, wenn diese Abwrackprämie doch neue Aufträge beschert?
Der Staat sollte also nicht nur ein Auge darauf haben, das die Konjunktur wieder angekurbelt wird und gerade die angeschlagene Automobilindustrie wieder auf beide Beine kommt, sondern ob der Staat nicht vielleicht doppelt zahlen muss. Einmal im Form von Kurzarbeitergeld (KUG) und einmal über die Abwrackprämie.
Dies ist das eine Thema, dass andere, wie sieht es nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt aus? Nicht jeder hat die finanziellen Mittel sich einen Neuwagen anzuschaffen. Viele sind eben auf die Fahrzeugschnäppchen in der unteren Preisklasse von 500 – 1500 € angewiesen. Nur wer verkauft ein solches Auto, wenn er eine Prämie von 2.500 € bekommt um ein ansonsten fahrtüchtiges Auto zu verschrotten?
Ich habe als Zweitwagen einen 11 Jahre alten Nissan Micra – vor 6 Jahren für 2.000 € gekauft. Der Wagen hat bis heute nicht einen Mangel gehabt. Nicht ein Werkstattbesuch, springt sofort an und kostet nur Steuern, Benzin und Versicherung.
Soll ich dieses Auto nun verschrotten, wobei der locker noch über den TÜV kommt? Ein PKW mit 70.000 km auf den Tacho?
Ja es sieht so aus, denn 2.500 € zahlt mir niemand mehr, der Händler hatte mir im letzten Jahr mal 1.000 € geboten.
Eigentlich Schade für ein Auto, was noch gar nicht auf den Schrottplatz gehört und der sicher dem ein oder anderen noch treue Dienste leisten könnte, aber der Wert dieses Fahrzeuge ist im Moment nun mal 2.500 €, da hilft auch keine Schwacke Liste.
Klingt schon sehr merkwürdig oder? Aber ich mache mit diesen Fahrzeug nun 500 € Gewinn, bei der aktuellen Finanzkrise hätte ich bei einer Bankanlage von 2000 € wahrscheinlich nur noch 1000 € über.
Wie ist Eure Meinung? Eure Kommentare interessieren mich!
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2 Kommentare
1.
Sara schrieb am 28. Februar 2009 um 20:37
Die Abwrackprämie fördert auch wieder viele Arbeitlose ,was ist mit den ganzen selbstständigen Gebrauchtwagen Exporteuren ??Denen trifft es im moment sehr hart!!!!
Ich bin der Meinung das die Abwrachprämie wieder nur eine verschiebung der Kosten ist!!!!
Was soll es bringen Autos die technisch und optisch völlig in Orndnung sind zu verschrotten? Könnten diese Fahrzeuge nicht nach Africa,Ex jugoslawien ,usw,wo die Fahrzeuge noch gebraucht werden?Exportiert werden und die Menschen hier eine Ausfuhrprämie aushändigen……..
Europa die wegwerf Gesellschaft!!!!
2.
Julia schrieb am 28. Februar 2009 um 20:40
Sowas nennt sich psychlogischer Efekt und man staune wie viel Menschen darauf anspringen!!!!
Ich finde auch das die Autos anderen zu gänglich gemacht werden sollten statt zu verschrotten!!!!